Die RebsortenRiesling ist unbestritten die deutsche Vorzeige-Rebsorte. Der Riesling ist in allen deutschen Weinbaugebieten vertreten und ist mit mehr als 21.000 ha die in Deutschland am meisten angebaute Rebsorte. Deutschland ist gleichzeitig welweit führend beim Riesling-Anbau. Außerdem wird Riesling noch in Frankreich (Elsass), Österreich, Slowenien, Italien (Südtirol), der Schweiz, Australien, Südafrika, Amerika, Chile und Neuseeland angebaut. Der Riesling gehört zu den spät bis sehr spät reifenden Rebsorten (Mitte Oktober bis November) und ist häufig die als letztes gelesene Rebsorte. Von allen Rebsorten stellt der Riesling die höchsten Ansprüche an die Lage. Leicht erwärmbare Böden und viel Wärme sind die Grundvoraussetzungen, damit die Trauben ihre volle Reife erreichen. Riesling wächst praktisch auf allen Bodenarten und ist frostunempfindlich. Der Wein: obwohl der Riesling einen markanten Sortencharakter hat - sein Duft wird von Apfel-, Pfirsich- oder Zitrusnoten geprägt -, ist er ein ausgesprochener Terroirwein, d.h. seine Aromen und sein Geschmack sind durch den Weinbergsboden und das Mikroklima geprägt. Am Gaumen zeigt guter Riesling eine kräftige Fruchtsäure in Verbindung mit gutem, festem Körper und hohen Extrakten. Rieslingweine sind dadurch sehr geschmacksintensiv, auch bei niedrigem Alkoholgehalt. Die Geschmacksvielfalt beim Riesling reicht von trocken über halbtrocken/feinherb, süß bis hin zu den edelsüßen Spezialitäten. Diese geschmackliche Bandbreite macht die Rieslingtraube welweit einzigartig. Weißburgunder Der Weißburgunder besetzt 17.000 ha an Rebflächen weltweit. Die größte Verbreitung hat der "Pinot Bianco" in Italien (ca. 6.850 ha). Deutschland und Österreich bestocken jeweils um die 3.000 ha mit Weißburgunder und damit eine größere Fläche als Frankreich mit ca. 1.400 ha, vornehmlich im Elsaß. In Deutschland gehört Weißburgunder zusammen mit Grauburgunder zu den Weißweinrebsorten mit der größten Rebflächenzunahme in den letzten Jahren. Die Weißburgunder-Beere ist länglich bis rund, grüngelb und hat einen neutralen Geschmack. Sie reift mittelspät bis spät, kurz vor dem Riesling. Die Weißburgunder-Rebe ist sehr anspruchsvoll und braucht warme Lagen sowie tiefgründige, nährstoffreiche Böden. Der Wein: charaktervolle Weißburgunder haben eine wesentlich geringere Säure als Rieslingweine und sind im Aroma neutraler. Bei entsprechender Reife können ungewöhnlich finessenreiche und fruchtige Weine entstehen, die gelegentlich auch leicht nussig schmecken können. Die Aromen erinnern oft an reife Äpfel, Banane und Aprikosen. Grauburgunder Der Grauburgunder ist durch eine spontane Mutation des Spätburgunders entstanden und wurde bereits im 14. Jhdt. im französischen Burgund kultiviert. Der Legende nach wurde diese Rebsorte 1711 von einem Speyerer Kaufmann namens Ruland nach Deutschland eingeführt. Der Ruländer oder Grauburgunder gehört zu den besten Sorten in Deutschland und sein Anbau nimmt in den letzten Jahren kontinuierlich zu. Mit geschätzten 15.000 ha belegt der Grauburgunder weltweit eine etwas kleinere Fläche als der Weißburgunder. Die Bedeutung dieser Rebsorte ist in Deutschland (3.100 ha) größer als in Frankreich. Italien, Rumänien und Ungarn haben ebenfalls große Flächen mit Grauburgunder bestockt. Der Grauburgunder reift in der Regel vor dem Weißburgunder. Die Trauben sind rotbraun, mittelgroß und sehr dichtbeerig. Der Grauburgunder liebt warme, tiefgründige und kräftige Böden mit ausreichender Wasserversorgung. Der Wein: die Grauburgunder-Traube kann bei entsprechender Reife extrakt- und alkoholreiche, dichte und würzige Weine hervorbringen, die in der Nase den Duft von Mandeln und Honig und am Gaumen eine milde Säure zeigen. Junge, früh geerntete und weniger ausgereifte Trauben sind feinfruchtig und haben etwas mehr Fruchtsäure. Die typischen Aromen erinnern an Birnen, Ananas und Brioche. Bei Weinen, die mit einer hohen Restsüße ausgebaut wurden, kommen Honig- und Karamellnoten hinzu. Chardonnay Der Chardonnay gilt zusammen mit dem Riesling als eine der vielseitigsten und besten Rebsorten der Welt. Er gehört zu den Burgundersorten. Im weltweiten Anbau übertrifft der Chardonnay mit ca. 100.000 ha Rebfläche den Riesling um ca. 40.000 ha. Der größte Chardonnay-Erzeuger ist Kalifornien mit über 39.000 ha und Frankreich mit einer ca. 1.000 ha kleineren Anbaufläche. In Deutschland hat der Chardonnay erst zu Beginn der 1990er-Jahre Einzug gehalten. Seit 1992 nimmt die Rebfläche kontinuierlich um ca. 60 ha/Jahr zu und liegt heute bei über 800 ha in Deutschland. Chardonnay wird gelegentlich als halbaromatische Sorte bezeichnet, denn in seinen besten Gewächsen dominiert der mineralische Ton des Terroirs oder das buttrig-würzige, von Vanillenoten geprägte Bukett vom Barrique Ausbau. Die Chardonnay-Rebe ist im Gegensatz zu den verwandten Burgundersorten sehr anpassungsfähig und kommt mit den verschiedensten Bodenarten und klimatischen Bedingungen gut zurecht. Der Wein: die Besonderheit des Chardonnay liegt darin, dass je nach Ausbauart sehr unterschiedliche Weintypen erreicht werden. Es ist auch eine Rebsorte, welche sehr gut zur Vergärung und/oder Ausbau im Barriquefaß geeignet ist. Ähnlich wie die anderen Burgundersorten sind Chardonnay-Weine sehr vielfältig als Speisebegleiter einsetzbar. Ihre eher verhaltene Aromatik macht sie sehr anpassungsfähig und zum harmonischen Begleiter vieler Gerichte. Gewürztraminer (Roter Traminer) Die Bukettsorte Traminer gehört zu den ältesten Kulturrebsorten Deutschlands. Der Traminer ist vermutlich aus einer spontanen Kreuzung von Wildreben entstanden und soll aus Ägypten oder dem antiken Griechenland stammen. Bei der Namensgebung hat Tramin in Südtirol Pate gestanden. Die Bezeichnung Gewürztraminer ist ein von der EU zugelassenes Synonym für „Roter Traminer". Die Sorte Gewürztraminer steht in Deutschland, wo sie nachweislich seit 1546 kultiviert wird, auf knapp 850 ha Rebfläche, in Österreich auf etwas mehr als 350 ha, im Elsass auf fast 2.700 ha und in Italien (insbesondere in Südtirol) auf knapp 500 ha. Darüber hinaus wird die Sorte in Tschechien, in Rumänien und zahlreichen anderen südosteuropäischen Ländern sowie in Australien (600 ha) und Südafrika (300 ha) angebaut. Weltweit sind etwa 8.000 ha Rebfläche mit Gewürztraminer bestockt. Der Gewürztraminer ist eine relativ spät reifende Rebsorte mit mehr oder weniger intensiv rötlich gefärbten Beeren. Die Triebspitze ist stark weiß-rot filzig behaart. Die Blätter sind oft klein, aber oft breiter als sie lang sind. Die Trauben sind eher mittelgroß und dichtbeerig gedrungen, die Beeren sind rund bis länglich. Sie verfügen über eine außergewöhnlich dicke Schale. Der Gewürztraminer hat hohe Ansprüche an Lage und Boden, d. h. er benötigt windgeschützte und warme Lagen mit leicht erwärmbaren, tiefgründigen und wuchskräftigen Böden. Der Wein: Gewürztraminer-Weine zeichnen sich idealerweise durch ein würziges Aroma aus, das mehr oder weniger stark an Rosen erinnert. Bei hochwertigen edelsüßen Weinen kommen dazu noch Geruchsnoten von Honig, Rosinen und Karamell. Die oft gehaltvollen, dichten Weine zeigen sich sehr säurearm und würzig am Gaumen. Die Geschmackspalette reicht von trocken über halbtrocken und süß bis edelsüß. Gerne wird Traminer zum reifen Käse, zur Gänseleber oder als Aperitif gereicht.Sauvignon Blanc Die Sauvignon Blanc-Rebsorte gilt als eine der besten des Weltweinbaus. Sie wird in Deutschland seit 1999 angebaut. Das Hauptanbauland, wie wahrscheinlich auch das Herkunftsland, ist Frankreich. Von weltweit ca. 45.000 ha entfällt auf Frankreich fast die Hälfte. Italien, Österreich, Slowenien, Südafrika, die USA, Australien und Neuseeland sind die weiteren Anbauländer. Innerhalb Deutschlands ist die Pfalz das größte Anbaugebiet. Die Sauvignon Blanc-Trauben reifen mittelspät und werden je nach bevorzugtem Weintyp früh oder mittelspät geerntet. Die Trauben sind klein, dichtbeerig und zylinderförmig. Der Anspruch an die Lage ist hoch. Warme Böden sind vorzuziehen, da die Trauben nur dort zur Vollreife kommen. Die Bodenqualität ist weniger wichtig. Kargere Böden sind vorteilhafter als schwere. Der Wein: ihre paprika-orientierte Würze wird bei hoher Reife von Aromen nach Spargel, Holunder und Cassis abgelöst. Sehr frisch und anregend bei rassiger Säurestruktur ist der Sauvignon ein eleganter, fruchtiger Wein von unverwechselbarem Charakter, der auch mittelfristig lagerfähig ist. Scheurebe Die Scheurebe entstand 1916 in Alzey, indem Georg Scheu Silvaner mit Riesling kreuzte. Früher sehr beliebt, geht die Scheurebe in der Anbaufläche in Deutschland etwas zurück. In 2002 waren ca. 2.450 ha mit dieser Sorte bestockt. Darüber hinaus wird diese Rebe nur noch in Österreich (ca. 530 ha) und in geringem Umfang auch noch in Großbritannien kultiviert. Die Trauben der Scheurebe reifen mittelspät in etwa mit dem Weißburgunder. Leicht erwärmbare Böden in warmen Lagen sind von Vorteil. Die Bodenansprüche der Scheurebe sind gering. Die Rebe hat eine sehr hohe Kalkverträglichkeit und lange assimilierende, frostfeste Blätter. Der Wein: die Scheurebe gilt aufgrund des charakteristischen Dufts der Weine nach schwarzen Johannisbeeren und manchmal nach diversen Zitrusgewächsen als Bukettsorte. Typisch ist auch die kräftige Fruchtsäure, die die Verwandschaft zum Riesling herausstellt. Diese Säure ist auch bei voll ausgereiften Trauben noch beständig und elegant. Silvaner Der Silvaner war bis weit ins 20. Jhdt. die wichtigste Rebsorte Deutschlands und wurde erst 1975 vom Müller-Thurgau und in den 1980er und 1990er Jahren sogar von den roten Rebsorten Spätburgunder und Dornfelder überholt. Der Silvaner belegt heute in Deutschland mit ca. 6.300 ha Rebfläche nach dem Riesling und dem Müller-Thurgau den 3. Platz in der Anbauflächenstatistik. Weltweit werden ungefähr 12.000 ha Silvaner kultiviert. Dabei wird neben Deutschland und dem französischen Elsass (ca. 2.000 ha) auch noch in Italien, Slowenien, Ungarn, Kalifornien und Australien in größerem Ausmaß Silvaner angebaut. Der Wein: der Silvaner ist geschmacklich ein neutraler Weißwein. Diese Eigenschaft macht ihn zu einem idealen Essensbegleiter, der sich immer gut anpasst. Die blassgelben oft hellen Weine sind je nach dem Reifegrad der verwendeten Trauben im Duft sehr verhalten bis hin zu deutlich ausgeprägten Aromen von saftigen Äpfeln, Basilikum und frischem Heu. Am Gaumen zeigen sich die Silvaner mild und eher neutral bei insgesamt sehr moderater Säure. Grüner Veltliner Die Herkunft des Grünen Veltliner ist unbekannt, Spuren weisen jedoch in die Römerzeit zurück. Nachweisbar im 18. Jhdt. als Grüner Muskateller in Niederösterreich. Hauptsorte in Österreich mit Zentren im Weinviertel, Kamptal, Kremstal, Wagram und Wachau. Der Grüne Veltliner ist eine fruchtbare Sorte, die auf mageren und fruchtbaren Böden gedeiht, am besten aber auf Löß- und Verwitterungsböden. Empfindlich in der Blüte. Verhältnismäßig spätreifend, benötigt sie einen langen, schönen Herbst. Der Wein: das Qualitätsspektrum des Grünen Veltliner ist weitreichend: es beginnt beim leichten, spritzigen Wein, der am besten jung - als Heuriger - getrunken wird und geht bis zur Substanz- und alkoholreichen Spätlese, die auch durchaus lagerfähig ist. Der Grüne Veltliner ist in der Regel betont fruchtig, pfeffrig und würzig. Roter Veltliner Der Rote Veltliner ist eine autochthone österreichische weiße Rebsorte. Der Rote Veltliner ist vermutlich eine sehr alte Sorte. Er ergibt sehr feine, teilweise filigrane und von der Aromatik schwer zu beschreibende, komplexe Weine. Diese sind ausgesprochen lagerfähig mit kräftiger Säure. Allerdings stellt er hohe Ansprüche an die Lage (frostempfindlich) und ist sehr empfindlich gegen Pilzkrankheiten. Stark schwankender Ertrag. Spätreifend. Kleine Flächen, die hohe Qualität liefern finden sich im niederösterreichischen Kamp- und Kremstal. Rebflächen sind auch in der Slovakei, in Ungarn und Kroatien bekannt. Wein: Grünlich-gelb, fruchtig-duftig, feinwürziges Aroma, säurebetont. Rotgipfler Diese Rebsorte ist eine natürliche Kreuzung von Traminer & Roter Veltliner. Erste urkundliche Erwähnung fand der Rotgipfler um 1840 in der Steiermark. Er begründete den Ruf der sog. Gumpoldskirchener Weine aus der Thermenregion südlich von Wien. Er kommt fast ausschließlich in Österreich vor und bevorzugt fruchtbare mittelschwere Kalkböden sowie warme Hanglagen. ,Er ist empfindlich gegen Winterfröste, Botrytis-anfällig und spätreifend. Der Wein: goldgelb in der Farbe mit markantem Bukett, frisch-würzig. Meist extrakt- und alkoholreich. Wird oft mit Restsüße ausgebaut. Blauer Zweigelt Synonyme: Rotburger, Zweigeltrebe, Zweigelt. Der Zweigelt ist eine Neuzüchtung der Bundeslehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg bei Wien aus dem Jahr 1922: eine Kreuzung aus St. Laurent & Blaufränkisch. Sie ist die wichtigste Rotweinsorte Österreichs. Der Anbau konzentriert sich auf das Burgenland und Niederösterreich. Außerhalb Österreichs ist Zweigelt kaum nennenswert vertreten. Diese Rebsorte ist genügsam hinsichtlich des Bodens, benötigt frühe bzw. mittelfrühe Lagen und bringt regelmäßig hohe Erträge. Eine gute Qualität wird nur bei entsprechender Ertragsreduktion durch Rebschnitt bzw. sog. Grüner Lese erzielt. Der Wein: als Jungwein besitzt der Zweigelt ein ausgeprägt fruchtiges Bukett, das mit der Reife runder und feiner wird. Die Qualitäten reichen vom jung zu trinkenden, leichten Tischwein bis zu kraftvollen Lagerweinen. Die solide Zweigeltrebe vermag in allen Rotweingegenden gute Resultate zu erzielen und gilt daher zu Recht als die österreichische Rotweinhoffnung. Blaufränkisch Synonyme: Lemberger, Limberger, Kekfrankos. Erstmals nachweisbar war die Sorte im 18. Jhdt. in Österreich. Später tauchte sie auch in Deutschland unter der Bezeichnung Lemberger oder Limberger auf. In Württemberg ist sie die vierthäufigste Sorte. Der Blaufränkisch bevorzugt mildes Klima und windgeschützte Standorte. Als früh austreibende Rebsorte ist sie immer vom Spätfrost gefährdet. Sie ist die zweithäufigste Rebsorte unter den roten Sorten in Österreich. Der Wein: je nach Erntezeitpunkt lassen sich aus den Trauben leichte, fruchtbetonte, aber auch kräftige, tanninreiche Weine mit einer intensiv roten Farbe ausbauen, die einen charaktervollen Rotwein mit Aromen von Kirschen und Beeren hervorbringen. Gute Qualitäten sind extrem lagerfähig. Ein sortenreiner Blaufränkisch ist ein hervorragender Begleiter von Wildgerichten, stark mit Kräutern gewürzten Gemüsegerichten und Teigwaren sowie zu pikanten Käsesorten. Spätburgunder (Pinot Noir) Der Spätburgunder zählt zu den ältesten Kulturreben der Menschheit. So wie der Riesling beim Weißwein kann der Spätburgunder beim Rotwein die höchsten Qualitätsstufen erreichen. Der Spätburgunder wird in fast allen Weinbaugebieten der Welt angebaut. In Deutschland sind vor allem die Anbaugebiete Baden, Württemberg und die Ahr vom Spätburgunder geprägt. Der Spätburgunder reift im Vergleich zu anderen Rebsorten mittelfrüh bis spät. Wein: Ein guter Spätburgunder ist sehr aromatisch. Typisch ist ein feines an Bittermandeln erinnerndes Bouquet. Die Weine haben im Vergleich zu anderen Rotweinen eine etwas höhere Fruchtsäure, welche den Vergleich mit roten Beerenfrüchten nahe legt. Aus der Spätburgunder-Traube werden mit die besten Rotweine der Welt gewonnen. Lemberger Offiziell heißt die Lemberger-Rebe "Blaufränkisch". In Deutschland wird sie aber in der Regel als "Lemberger" oder "Blauer Limberger" bezeichnet. Beide Namen deuten auf ihre Herkunft aus dem Donaugebiet hin. Die Herkunftsbezeichnung "Lemberger" führt zu der Weinbaugemeinde Lemberg in der früheren Untersteiermark, heute Republik Slowenien, von wo aus im Jahre 1877 "Lembergerreben" exportiert wurden. Der Lemberger gilt als die wertvollste deutsche Rotweinsorte und bringt sortenrein ausgebaut oder als Cuvée-Partner die besten deutschen Rotweine hervor. Voraussetzung für eine hohe Weinqualität ist beim Lemberger - mehr als bei anderen Sorten - eine sehr gute Traubenreife. Die Weine zeigen sich dann in einer tiefroten, ins violette gehenden Farbe. Ihre Aromen sind fruchtig und erinnern an Waldbeeren und schwarze Johannisbeeren. Typisch ist ihr kräftiger Körper und ihr feinherber Geschmack, der im Gaumen lange nachklingt. Lemberger-Weine sind gut lagerfähig. Sie eignen sich hervorragend für den Ausbau im Barrique. Selbst als Sekt hat der Lemberger inzwischen zahlreiche Anhänger gefunden. Acolon Acolon ist eine rote Rebsorte, die 1971 von der Staatlichen Lehr- und versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg bei Heilbronn aus den Rebsorten Lemberger (Blaufränkisch) & Dornfelder gekreuzt wurde. Seit 2002 darf sie angepflanzt werden. Sie fand bisher hauptsächlich in Württemberg Verbreitung, wo sie auf reissenden Absatz stösst. Die Sorte ist frühreifend und wächst gut auf traditionellen Spätburgunderlagen. In Belgien wurde die Rebsorte 2005 in der Herkunftsbezeichnung "Côtes de Sambre et Meuse" zugelassen.Die Weine besitzen eine hohe Farbintensität mit dezenten Gerbstoffen. Die reif und harmonisch wirkenden Weine zeigen feine Fruchtaromen bei gleichzeitig guter Struktur und Nachhaltigkeit. Cabernet Sauvignon Die berühmteste Rotweintraube der Welt ist inzwischen in großen Teilen der Alten und Neuen Welt verbreitet. Dabei trat sie erst Ende des 18. Jhdt. mit der Entstehung der großen Weingüter in den Weinbergen von Bordeaux stärker in Erscheinung. Cabernet Sauvignon unterscheidet sich von allen anderen verbreiteten Weinreben durch seine hohe Konzentration an Phenolen, einem sog. sekundären Pflanzenstoff. Dadurch bringt er Weine mit tiefer Farbe und sehr langer Haltbarkeit hervor. Er reift sehr spät und benötigt beste Lagen. Seine Struktur ermöglicht es dem Cabernet Sauvignon, die Besonderheiten des Jahrgangs, der Weinbereitungs- und Anbautechniken sowie des Terroirs bestens zum Ausdruck zu bringen. Wie man aufgrund einer DNA-Analyse seit 1997 weiss, ist Cabernet Sauvignon eine Kreuzung aus Cabernet Franc und Sauvignon Blanc. Seit einigen Jahren wird Cabernet Sauvignon auch in Deutschland und Österreich mit einigem Erfolg angebaut. Manchmal wird er dann reinsortig abgefüllt, zumeist ist er aber auch ein hochwertiger Bestandteil von Spitzencuvées der Winzer im Zusammenspiel etwa mit Blaufränkisch, Zweigelt, Lemberger oder Merlot. Der Wein: Aromen von grüner Paprika, Teer, Kaffee, Tabak. Die komplexen Aromen entwickeln sich häufig erst nach langer Lagerung. Im Geschmack feinrassige bis kräftige Säure, sehr gehaltvoll. Ein idealer Begleiter von kräftigen Fleisch-, Wild- und Lammgerichten. Cabernet Cubin, Cabernet Dorio, Cabernet Dorsa 1970 & 1971 in der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt Weinsberg neu gezüchtete Rotweinsorten. Kreuzungen aus Blauer Limberger x Cabernet Sauvignon & Dornfelder x Cabernet Sauvignon für die 2 letzteren. Der Cabernet Cubin ist eine spät reifende, robuste (gegen Trockenheit und Pilzbefall) und ertragsstarke Sorte, die aber auf Grund der sehr langen Vegetationsperiode hohe Lagenansprüche hat. Die farbintensiven Weine präsentieren sich ausgeprägt fruchtig und tanninstark. Die Aromatik erinnert natürlich an Cabernet Sauvignon. Die neuen Cabernet-Sorten eignen sich gut zum Ausbau im Holz. Die Traubenstruktur vom Cabernet Dorio ist ähnlich wie beim Cabernet Sauvignon, für den Anbau interessant ist die späte Traubenreife und der hohe Ertrag. Die Weine präsentieren sich farbintensiv. Der Geschmack ist feinfruchtig, samtig mit deutlicher Cabernet Sauvignon-Note bei mittlerem Extraktgehalt. Vom Aussehen her gleicht der Rebstock vom Cabernet Dorsa dem Dornfelder, seine Wuchseigenschaften aber sind anders. Mit geringerer Wüchsigkeit, besserer Holzreife und spätreifenden, kleinbeerigen Trauben eignet sich diese Sorte für qualitätsorientierten Anbau. Die Weine sind farbintensiv, präsentieren sich tannin- und körperreich und zeigen am Gaumen deutliche Kirschtöne, auch die charakteristische „Grüne Paprika“-Note des Cabernet Sauvignon ist zu finden. Ähnlich wie Cabernet Sauvignon, eignen sich diese Rebsorten auch hervorragend für Cuvées. |
Der Riesling gehört zu den spät bis sehr spät reifenden Rebsorten (Mitte Oktober bis November) und ist häufig die als letztes gelesene Rebsorte. Von allen Rebsorten stellt der Riesling die höchsten Ansprüche an die Lage. Leicht erwärmbare Böden und viel Wärme sind die Grundvoraussetzungen, damit die Trauben ihre volle Reife erreichen. Riesling wächst praktisch auf allen Bodenarten und ist frostunempfindlich.
Der Grauburgunder reift in der Regel vor dem Weißburgunder. Die Trauben sind rotbraun, mittelgroß und sehr dichtbeerig. Der Grauburgunder liebt warme, tiefgründige und kräftige Böden mit ausreichender Wasserversorgung.
Der Wein: Gewürztraminer-Weine zeichnen sich idealerweise durch ein würziges Aroma aus, das mehr oder weniger stark an Rosen erinnert. Bei hochwertigen edelsüßen Weinen kommen dazu noch Geruchsnoten von Honig, Rosinen und Karamell. Die oft gehaltvollen, dichten Weine zeigen sich sehr säurearm und würzig am Gaumen. Die Geschmackspalette reicht von trocken über halbtrocken und süß bis edelsüß. Gerne wird Traminer zum reifen Käse, zur Gänseleber oder als Aperitif gereicht.
Der Wein: das Qualitätsspektrum des Grünen Veltliner ist weitreichend: es beginnt beim leichten, spritzigen Wein, der am besten jung - als Heuriger - getrunken wird und geht bis zur Substanz- und alkoholreichen Spätlese, die auch durchaus lagerfähig ist. Der Grüne Veltliner ist in der Regel betont fruchtig, pfeffrig und würzig. 
Acolon ist eine rote Rebsorte, die 1971 von der Staatlichen Lehr- und versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg bei Heilbronn aus den Rebsorten Lemberger (Blaufränkisch) & Dornfelder gekreuzt wurde. Seit 2002 darf sie angepflanzt werden. Sie fand bisher hauptsächlich in Württemberg Verbreitung, wo sie auf reissenden Absatz stösst. Die Sorte ist frühreifend und wächst gut auf traditionellen Spätburgunderlagen. In Belgien wurde die Rebsorte 2005 in der Herkunftsbezeichnung "Côtes de Sambre et Meuse" zugelassen.